
Aktuelles · 12. Juli 2026
Münster gilt bei den Mieten inzwischen als teurer als manche Großstadt. Für Eigentümer, Käufer und Erben stellt sich damit die Frage, was das für den Wert ihrer Immobilie bedeutet.

Wenn von hohen Mieten die Rede ist, fallen meist zuerst Namen wie München, Frankfurt oder Hamburg. In München liegen die Kaltmieten im Durchschnitt bei über 20 Euro pro Quadratmeter. Inzwischen rücken aber auch mittelgroße Städte in den Blick: Neben Leipzig und Freiburg wird Münster zu den Aufsteigern gezählt und gilt als teurer als manche Großstadt.
Für Eigentümer in Münster und im Münsterland klingt das zunächst nach einer guten Nachricht. Aus einer solchen Einordnung lässt sich allerdings noch kein Wert für ein bestimmtes Haus oder eine bestimmte Wohnung ableiten. Dafür lohnt es sich, die Ursachen und die Wirkung auf die Bewertung getrennt zu betrachten.
Der Druck auf den Wohnungsmarkt hat vor allem strukturelle Gründe. Stand Juni 2026 sprechen mehrere Entwicklungen dafür, dass er nicht kurzfristig nachlässt:
Der Verkehrswert nach § 194 BauGB beschreibt den Preis, der am Stichtag im gewöhnlichen Geschäftsverkehr zu erzielen wäre. Bei vermieteten Objekten spielt regelmäßig das Ertragswertverfahren nach der ImmoWertV eine wichtige Rolle. Maßgeblich ist dabei nicht die höchste Angebotsmiete im Stadtgebiet, sondern der nachhaltig erzielbare Ertrag des konkreten Objekts.
Das macht in der Praxis einen Unterschied. Bestandsmieten folgen dem Markt nur begrenzt, denn Erhöhungen sind an die ortsübliche Vergleichsmiete und an die Kappungsgrenze von je nach Region 15 bis 20 Prozent in drei Jahren gebunden. Eine langjährig vermietete Wohnung kann daher deutlich weniger einbringen, als aktuelle Inserate vermuten lassen.
Auch die Zahlungsfähigkeit der Mieter setzt Grenzen. Nach Angaben des Deutschen Mieterbundes lebt fast die Hälfte der Mieterhaushalte im unteren Einkommensdrittel. Zugleich stiegen die Betriebskosten 2024 um mehr als 6 Prozent auf durchschnittlich 2,67 Euro pro Quadratmeter und Monat. Bei energetisch schwächeren Gebäuden kann eine hohe Gesamtbelastung die Vermietbarkeit und damit auch den Wert beeinträchtigen.
Ein angespannter Mietmarkt kann Immobilienwerte stützen, weil Wohnraum gefragt bleibt. Ein automatischer Wertzuwachs folgt daraus jedoch nicht. Bundesweite Daten und Einordnungen einzelner Städte beschreiben einen Trend, aber nicht Ihr Objekt. Entscheidend bleiben Mikrolage, baulicher und energetischer Zustand, Grundriss, bestehende Mietverträge, Restnutzungsdauer und das Finanzierungsumfeld am Stichtag.
Zwei äußerlich ähnliche Häuser im selben Stadtteil können deshalb unterschiedlich zu bewerten sein. Sinnvoll ist es, den Wert auf Basis der tatsächlichen Daten zu ermitteln, statt sich an Angebotsmieten oder Schlagzeilen zu orientieren. Das gilt besonders dann, wenn eine Entscheidung über Verkauf, Übertragung oder Kauf ansteht.
Sie möchten wissen, welchen Einfluss die Mietentwicklung auf den Wert Ihres Hauses oder Ihrer vermieteten Wohnung in Münster hat? Sprechen Sie uns gern auf eine fachliche Einschätzung an.
Eingeordnet von der Redaktion von 0251-Sachverständiger · DEKRA-zertifizierte Immobiliengutachter in Münster seit 1989. Dieser Beitrag ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung.
Weitere Beiträge
Kontakt · Termin vereinbaren
Erzählen Sie uns kurz, worum es geht. Das Erstgespräch ist kostenlos – wir melden uns persönlich, meist noch am selben Tag.
0251-Sachverständiger
An der Alten Ziegelei 36b · 48157 Münster
Mo–Fr 9–18 Uhr · Ortstermine nach Vereinbarung